Accessibility und gRPC-Web bei den Frontendfreunden Münster

Webentwicklung bei upcite aus Münster.

Die Welt, und ganz besonders die digitale Welt, entwickelt sich rasant. Um auf dem Laufenden zu bleiben und neue Trends und Tools frühzeitig zu erkennen und zu nutzen, besuchen wir regelmäßig Vorträge und Konferenzen und tauschen uns mit Gleichgesinnten aus. Eine interessante Vortragsreihe stellen die Frontendfreunde Münster auf die Beine. Diesen Monat fand das 14. Meetup in den Räumen der Firma Zweitag statt. Die 2 Vorträge behandelten die Themen Barrierefreiheit und gRPC-Web.

Accessibility / Barrierefreiheit

Der erste Vortrag behandelte das Thema Barrierefreiheit (engl. Accessibility). Der Referent Karsten Sitterberg arbeitet selbstständig als Entwickler, Berater und Trainer im Web-Umfeld.

Barrierefreiheit ist gut fürs Karma

Barrierefreiheit, also universelle Bedienbarkeit von Webseiten und Programmen, ist nicht nur „für Behinderte” wichtig, sondern nützt uns allen. Jede und jeder kommt mal in eine Situation, in der nicht alle Sinne und Gliedmaßen voll verfügbar sind: Mit einem Baby im Arm oder einer gebrochenen Hand lassen sich Maus und Tastatur beispielsweise nicht mehr uneingeschränkt nutzen. Und natürlich ist eine leicht bedienbare Webseite für alle leicht bedienbar.

Barrierefreiheit ist in HTML eingebaut

Wer für Webseiten Webstandards verwendet, bekommt einen ganzen Schwung Barrierefreiheit gratis: HTML-5-Elemente wie <nav> und <main> haben eingebaute Rollen, die die Navigation der Seite mit einem Screenreader oder mit der Tastatur erleichtern. So können Screenreader z.B. mitteilen, ob man sich im Hauptinhalt, in der Navigation oder im Fußbereich einer Seite befindet. Die Bedienelemente einer Webanwendung mit der Tabulatortaste ansteuern zu können, statt sie mit der Maus anklicken zu müssen, hilft Nutzern mit eingeschränkten motorischen Fähigkeiten, aber auch Experten, die ihren Computer fast ausschließlich mit der Tastatur nutzen.

Barrierefreiheit ist gut für Conversions und SEO

Screenreader können auch die Label zu Textfeldern in Formularen vorlesen, damit klar ist, welche Daten in das Feld eingegeben werden sollen. Die korrekte Zuordnung von Labeln zu Textfeldern erleichtert so das Ausfüllen von Formularen. Was nicht nur die Benutzung erleichtert, sondern dadurch auch die Conversion verbessern kann.

Auch Suchmaschinen, bzw. deren Crawler, können barrierefreie Seiten besser lesen und verstehen. Und sie haben keine Maus 😉.

Accessibility Tipps und Tricks

Mir persönlich war neu, dass es neben dem DOM-Tree einer Webseite den Accessibility-Tree gibt, den man mit den Entwickler-Tools im Browser inspizieren kann. Hier kann man sich Eigenschaften wie „role”, „label” etc. der einzelnen Elemente anzeigen lassen und sogar ein Seiten-Audit durchführen.

gRPC-Web

Im zweiten Vortrag ging es um gRPC-Web. Großes Lob an den Vortragenden: ich habe sicher höchstens die Hälfte verstanden 🤓 und fand den Vortrag dennoch spannend und unterhaltsam. Der Referent Thomas Kruse ist Geschäftsführer der trion development GmbH und unterstützt Kunden bei der Weiterentwicklung und Modernisierung von Architekturen im Kontext von Cloud- und Webanwendungen.

Was ist RPC?

Das lasse ich vorsichtshalber lieber die Experten der Wikipedia erklären:
Remote Procedure Call (RPC; engl. „Aufruf einer fernen Prozedur“) ist eine Technik zur Realisierung von Interprozesskommunikation. Sie ermöglicht den Aufruf von Funktionen in anderen Adressräumen. Im Normalfall werden die aufgerufenen Funktionen auf einem anderen Computer als das aufrufende Programm ausgeführt. Es existieren viele Implementierungen dieser Technik, die in der Regel untereinander nicht kompatibel sind.

Was ist gRPC-Web?

gRPC ist, laut Selbstbeschreibung auf der Website: „A high performance, open-source universal RPC framework“, also eine der vielen Implementierungen dieser Technik, die auf Entwicklungen von Google basiert und jetzt als Open-Source Projekt weitergeführt wird. 

Der Fokus liegt hierbei darauf, die Nutzung der Bandbreite bei der Kommunikation zwischen Servern und Anwendungen zu optimieren. Zu dem Zweck werden z.B. die Schnittstellendefinitionen (IDL) auf alle beteiligten Anwendungen verteilt, so dass die versendeten Pakete auf die eigentliche Mitteilung reduziert und stark komprimiert werden können. gRPC-Web ist das Ganze angepasst für Browser als Clients. 

Außer „Web“ kann gRPC mit vielen verschiedenen Datenformaten und Programmiersprachen verwendet werden. Über HTTP2 können dank der neuen Verbindungs-Architektur Daten vom Server auf den Client, vom Client auf den Server und bidirektional gestreamt werden. Das funktioniert bei gRPC-Web noch mit einem HTTP1-Proxy dazwischen und deshalb noch nicht bidirektional.

Wofür ist das gut?

Google hat ein besonderes Interesse an optimierter Datenübertragung: Bei den Milliarden von Suchanfragen, die Google verarbeitet, summieren sich auch kleinste Einsparungen pro Anfrage am Ende zu einem ganzen Rechenzentrum, dass nicht gebaut werden muss. Mit gRPC und gRPC-Web können jetzt auch andere die Möglichkeiten der optimierten Interprozesskommunikation nutzen.

Fazit

Schon wieder ein interessanter Abend, kostenlos und mitten in Münster! Auch wenn ich das meiste schon wusste, wie im Falle des ersten Vortrags oder, wie beim zweiten Vortrag, nur die Hälfte verstanden habe – einige Anregungen, einen generellen Blick über den Tellerrand und sogar ein nettes Gespräch zum Thema Gitarre üben habe ich mitgenommen. Danke dafür.

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Ein Beitrag von:

Philipp

Philipp

Diplom Grafikdesigner und Programmierer
Typo3, WordPress, SEO & Webdesign

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