DMXECO 2019 – eine Messe, viele digitale Highlights

upcite Onlinemarketing DMEXCO Experten.

DMXECO 2019 – eine Messe, viele digitale Highlights

Die DMEXCO in Köln ist eine feste Institution in der digitalen Messelandschaft. DMEXCO steht für Digital Marketing EXposition & COnference und bietet genau das, was die Bestandteile des Akronyms vermuten lassen: Ausstellung und Konferenz rund um digitale Themen.

Zu den Ausstellern gehören neben den Branchenriesen wie Google und Facebook auch Spezialisten, Softwarehersteller und Agenturen aus der Online-Welt. Als upcite waren wir auch dieses Jahr wieder in Köln unterwegs und haben in den Debatten, Präsentationen sowie in den anschließenden Gesprächen die Trends identifiziert, mit denen wir die digitale Performance unserer Kunden über 2019 hinaus nach oben bringen werden.

Mit über 500 Rednern und über 1.000 Ausstellern ist die Messe eine der größten ihrer Art in Europa. Auch wenn sich das Programm auf zwei Tage verteilt, ist der mögliche Input noch immer überwältigend. Daher haben wir uns im Vorfeld die interessantesten Talks und Aussteller herausgesucht und sind mit drei Personen zur Messe gefahren. So können wir für unsere Kunden die besten und relevantesten Informationen herausfiltern und für zukünftige Projekte erfolgreich einfließen lassen.

Die wichtigsten Themen unseres Teams

Hier unsere Erfahrungsberichte von der DMEXCO 2019

Ein Highlight war für mich der Vortrag von Stas Tushinsky, CEO von Instreamatic. Unter dem Titel „Voice is the new click“ gab er Einblicke in die Zukunft der Audio-Werbung. Die Verbreitung von Smartphones, Smart-Speakern und anderen per Stimme steuerbaren Geräten macht Interaktivität auf diesem Gebiet möglich, so dass aus der „klassischen“ Radio-Werbung eine Art Dialog mit den Konsumentinnen und Konsumenten wird.

upcite Online Marketing Team: Philipp Marquardt.
Philipp, Experte für SEO und Webentwicklung

In Feldversuchen reagierten 40% der Nutzerinnen und Nutzer auf Fragen in interaktiver Audio-Werbung mit einer gesprochenen Antwort. Dabei können die Nutzer übrigens durchaus auch „nein“ sagen zu einem Angebot, aber auch diese Information ist natürlich für Werbetreibende interessant. So kann die Werbung oder das konkrete Angebot auf der Basis dieser Information variiert werden.

Fiel die Antwort positiv aus, kann es über interaktive Audio-Werbung im Gegensatz zu „klassischer“ Radiowerbung auch direkt zu einem Kauf, einer Terminvereinbarung oder einem ähnlichen Abschluss kommen. Auch die Kundenbindung ist offenbar stärker, wenn man laut und deutlich seine Zustimmung bekunden muss – „Ja, ich will“. 😉

Die Dialogform ist dabei sehr einfach und natürlich, die „Bedienbarkeit“ für alle der Sprache mächtigen Menschen intuitiv.

Außer Werbung sind viele weitere Interaktive Audio-Anwendungen wie beispielsweise einfache, schnelle Umfragen denkbar und über Voice Control in Smartphones und Smart-Speakern ja bereits sehr verbreitet.

Für mich als Designer war hier besonders spannend die Verlagerung der Gestaltung und der Ästhetik vom Visuellen Medium hin zu Klang und Text bzw. Tonalität des Gesprächs, was nicht nur Anzeigen betrifft, sondern weiterhin zunehmend die Informationssuche und die Abwicklung aller möglichen anderen Vorgänge im Netz.

Zu den Implikationen, die das Ganze für die Privatsphäre und den Datenschutz hat, schloss sich praktischerweise gleich ein Vortrag zur neuen ePrivacy-Verordnung der EU an. Soweit sich mir als Laien erschließt, stehen weder genauer Wortlaut noch Termin endgültig fest, von den Umsetzungen in den einzelnen Mitgliedsstaaten ganz zu schweigen. Man sollte sich jedoch darauf vorbereiten, nicht nur die persönlichen Daten der Kundinnen und Kunden zu schützen (am besten, indem man sie nicht sammelt und speichert), sondern auch die Kommunikationsdaten.

Für die Speicherung dieser Daten wird man höchstwahrscheinlich eine ausdrückliche, detaillierte und regelmäßig zu erneuernde Zustimmung benötigen. Auch in anderen Teilen der Welt wie Kalifornien, Südamerika und Afrika wird übrigens an vergleichbaren Gesetzen gearbeitet, die jeweils auch weltweite Auswirkungen haben dürften. *

* Disclaimer: ich bin kein Jurist und dies sollte nicht als Rechtsberatung verstanden werden.

In einer Podiumsdiskussion, u.a. mit dem Geschäftsführer von Pinterest für den Bereich DACH und Nord-Europa und dem Globalen Chef von Teads Studio wurden die Möglichkeiten erörtert, in immer breiterem Umfeld in immer mehr Medien auffallende und im besten Falle inspirierende Werbung zu schalten. Ein Trend für die Konzeptionierung von Marketingstrategien wurde dabei als besonders aktuell und erfolgsversprechend herausgehoben:

upcite Onlinemarketing Team: Chris Kubisch.
Chris, Experte für Webdesign und Bildgestaltung

Truthfulness (Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit) geht über das seit einiger Zeit heruntergebetete Mantra der Authentizität hinaus: Die Kunden möchten nicht nur nicht angelogen werden. Immer mehr Kunden wünschen sich von Marken auch, dass sie sich für Themen einsetzen, die zur Marke oder wenigstens zur Marketingstrategie passen und im besten Falle für viele Kunden relevant sind.

Der Leitsatz der Branche „No politics!“ gilt also so nicht mehr. Dabei geht es nicht so sehr um eigentliche politische Standpunkte sondern um gesellschaftspolitische Themen. Das können Umweltthemen sein genauso wie Themen der Gleichberechtigung und Gesundheit.

Beispiel hierfür ist die Kosmetikfirma DOVE, die zuerst Frauen als Models eingesetzt hat, die nicht dem gängigen Modelklischee entsprechen. Inzwischen setzt die Firma sich aktiv für Frauenrechte und die psychische Gesundheit von Frauen ein.

Das Aufbauen von Vertrauen und Bewusstsein („building trust & awareness“) ist die große Herausforderung dieses Weges. Für regional tätige oder kleinere Unternehmen kann dies auch bedeuten, dass sie sich für Themen und Projekte einsetzen, die in IHRER Region relevant sind.

Der zweite Ansatz – gerne auch in Verbindung mit Truthfulness – ist das Storytelling.

Hierbei geht es darum, die Konsumenten nicht mit einer Message nach der anderen zu bombardieren („Kauf mich, ich bin der beste“ / „Jetzt besonders billig – zuschlagen“ / etc.). Viel langfristiger im Hinblick auf das Brand-Building und vielseitiger ist das Storytelling. Eines der ersten Beispiele dafür in der deutschen Werbelandschaft war zum Beispiel die Knorr-Familie. Anhand wiederkehrender Elemente / Themen (hier die Familie) werden immer neue und unterschiedliche Produkte / Produkteigenschaften vorgestellt. Es macht Werbung interessanter und erregt – wenn es gut gemacht ist – Aufmerksamkeit vom richtigen Zielpuplikum.

Dabei muss es gar nicht immer den großen Überbau geben – auch kleinere Projekte erreichen in Geschichten verpackt mehr Kunden / Zuschauer. Ein gutes Beispiel konkret von der DMEXCO war der Stand von Adobe: Hier sollte in kurzen Fakten dargestellt werden, wie die Tools von Adobe den Workflow einer Werbeagentur positiv beeinflusst hat – von den 90ern bis heute. Nicht ohne natürlich auf die umfangreichen Möglichkeiten der Adobe Experience Cloud  hinzuweisen.

Anstelle also ein paar Präsentationen oder Messewende zu erstellen, auf denen schnöde Fakten präsentiert wurden hat Adobe auf ein paar Quadradmetern in drei kleinen Räumen eine „Back to the 90ies“ Führung“ gestaltet. Alle 15 Minuten ist eine Führung durch drei Räume gestartet. Die „Reisegruppe“ hat wahlweise eine neonfarbene Cappie oder eine Hipbag als Erkennungszeichen bekommen und die „Reiseleitung“ hat es geschafft in 10 Minuten auf humorvolle Weise nicht nur aufzuzeigen, wie das (Agentur-)Leben in den 90ern war sondern hat es auch geschafft einen Schnellüberblick über die Adobe Experience Cloud zu vermitteln. Die Führung endete direkt im Dialog-Bereich, wo gesprächsbereite Experten auf  interessiertes Fachpublikum wartete.

Storytelling lässt sich auf vielseitige Weise in den Marketing-Mix einbringen – auch und ganz speziell bei allen Social-Media-Aktivitäten.

Nach Jahren in der Branche kommt sie fast einem „Klassentreffen“ gleich. In den vielen Gesprächen und Vorträgen kristallisierten sich zwei wesentliche Aspekte heraus:

1. Einzeltrends wie Voice oder Bild-Suche werden sich kombinieren und

2. Die Contententwicklung durch künstliche Intelligenz (KI) wird die Rollen von Produktmanagern und Online-Redaktion verschmelzen lassen.

upcite Onlinemarketing Münster Team: Andreas Duck.
Andreas, Experte für Social Media und Performance Marketing

In einem Vortrag von Microsoft sprach Ravi Theja Yada, Senior Program Manager, davon, dass sich die einzelnen Disziplinen von Text-, Bild- und Sprachsuche schnell kombinieren werden und dadurch natürlicher erlebbar sind. So kann beispielsweise ein Blatt einer Zimmerpflanze fotografiert werden und hierzu dann per Spracheingabe die Frage nach der optimalen Bewässerung für diese Pflanze gestellt werden. Die Suche wird dadurch präziser, das Finden genauer.

Bei der Contententwicklung aus Produktdaten setzen große Unternehmen wie bspw. Otto bereits auf die Macht der KI. Aus reinen Daten wie Höhe, Länge, Breite, Beschaffenheit und anderen strukturierten Datensätzen, formuliert das System eigenständig Produktbeschreibungen, die sich direkt in Webseiten, Onlineshops, aber auch Katalogen und anderen Printerzeugnissen einsetzen lassen. So werden die Daten aus dem Produktmanagement direkt herangezogen, um automatisiert Texte zu generieren – und das in jeder Sprache und Tonalität.

Dieses Prinzip ist ab einer mittleren Sortimentsgröße (1.000+) spannend, wo viele, detaillierte Produkte vorhanden sind.

Die Ideen und neuen Möglichkeiten nach einer so intensiven Messe sind vielfältig und werden in unsere tägliche Arbeit einfließen. Sehen Sie Anknüpfungspunkte für Ihr Unternehmen? Melden Sie sich und wir besprechen Ihre Möglichkeiten.

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